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Wildacker anlegen und pflegen

Blühstreifen anlegen und pflegen: So gehen Sie Schritt für Schritt vor

Bei erfolgreich angelegten Blühstreifen blüht es den ganzen Frühling und Sommer über, was nicht nur zahlreiche Bienen und Insekten, sondern natürlich auch das menschliche Auge erfreut. Ob ein Blühstreifen jedoch ein Erfolg oder Misserfolg wird, hängt von mehreren Faktoren ab und entscheidet sich meist schon bereits vor der eigentlichen Aussaat. So ist bspw. die Bodenvorbereitung enorm wichtig. Auch die Aussaatmethode gilt es zu beachten. Damit Ihr Blühstreifen ein voller Erfolg werden kann, finden Sie im Folgenden eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit wertvollen Tipps zur Anlage und Pflege von Blühstreifen und Blühflächen.

Blühstreifen anlegen und pflegen Schritt für Schritt

  1. Standort auswählen
  2. Saatbett vorbereiten
  3. Saatgut ausbringen
  4. Blühstreifen pflegen

Schritt 1: Standort auswählen

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Blühflächen oder Blühstreifen auf landwirtschaftlichen Flächen anzulegen und somit ein zusätzliches Nahrungsangebot für eine Vielzahl an Tieren zu schaffen. Prinzipiell können Blühstreifen auf allen Flächen angelegt werden, die nicht genutzt werden. Diese können sich innerhalb eines Ackerschlags, auf Vorgewenden oder am Ackerrand aber auch auf Bewässerungsstreifen oder Rodegassen befinden. Am einfachsten funktioniert dies auf landwirtschaftlich bearbeiteten Flächen, deren wirtschaftlicher Ertrag vergleichsweise gering ist. Dies gilt für alle Randstrukturen wie Vorgewende oder Ackerränder.

Wichtiger Hinweis

Das Anlegen von Blühstreifen sollte nicht auf Flächen erfolgen, welche gezielt zum Schutz seltener Ackerwildkräuter genutzt werden, da diese in den gesäten Blühstreifen kaum Entwicklungschancen haben.

Für die Ansaat von heimischen Wildpflanzen eignen sich Rand- oder Pufferstreifen – bspw. im Anschluss zu Wegen und Gewässern, aber auch entlang von Waldrändern – besonders gut. Zudem können auch schlecht zu bewirtschaftende Teilflächen (Spitzen, Buchten oder Eckstücke) bereits auf sehr kleinem Raum einen ökologischen Mehrwert für Pflanzen und Tiere generieren. Ebenso ist natürlich auch die Unterteilung einer großen Fläche durch Blühstreifen ein Gewinn für Mensch und Tier.

Bei mageren Standorten hingegen ist es ausreichend, wenn ein Streifen am Schlagrand ohne Umbruch aus der Nutzung genommen wird. Nun wird sich ein blütenreicher Pflanzenbewuchs von selbsteinstellen, ohne das eine Ansaat notwendig ist.

Ungeeignete Standorte

  • Zu stark verunkrautete Flächen
  • Staunasse Böden
  • Stark verdichtete Böden

Schritt 2: Saatbett vorbereiten

Eine gründliche Saatbettbereitung ist von enormer Wichtigkeit für den Erfolg von Blühstreifen. So wird bereits vor der Aussaat über den Erfolg der entstehenden Blühfläche entschieden. Die Saatbettbereitung für Blühstreifen muss ebenso sorgfältig erfolgen wie bei Nutzkulturen (bspw. Weizen). Besondere Sorgfalt sollte allerdings bei mehrjährigen Mischungen erfolgen, da eine zu starke Verunkrautung bereits zum Sommerbeginn zu einem Ausfall von zahlreichen der angesäten Pflanzen führen kann.

Zunächst ist eine gründliche mechanische Unkrautbekämpfung durchzuführen – insbesondere wenn der Unkrautdruck hoch ist. Die zu bepflanzende Fläche sollte absolut unkrautfrei sein. Im Anschluss erfolgt eine Bodenlockerung mithilfe einer Egge oder eines Grubbers. Das entstehende Saatbett sollte locker und feinkrümelig sein.

Individuelle Empfehlungen beachten

Neben diesen allgemeingültigen Hinweisen sollten Sie stets die spezifischen Anbauempfehlungen für Ihre spezielle Saatgutmischung beachten!

Schritt 3: Saatgut ausbringen

Bei der Ausbringung des Saatgutes gilt es den optimalen Zeitpunkt sowie die geeignete Saattiefe zu beachten. Beide Aspekte variieren je nach verwendeter Blühmischung (einjährig oder mehrjährig). Zudem können unterschiedliche Techniken und Maschinen zur Aussaat genutzt werden. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über diese drei wichtigen Aspekte beim Ausbringen des Saatgutes:

  • Zeitpunkt der Aussaat
  • Saattechnik
  • Saattiefe und Saatgutmenge 

Optimaler Zeitpunkt für das Anlegen eines Blühstreifens

Eine wichtige Frage zur Ansaat von Blühstreifen ist die, wann Blühstreifen angelegt werden sollten. Da die einjährigen Blühmischungen oftmals frostempfindlich sind, empfiehlt sich eine Aussaat ab Ende April / Anfang Mai. Eine gestaffelte Aussaat, welche bspw. von Ende April bis Anfang Juni erfolgt, ist für die Insekten besonders vorteilhaft, da die Blühdauer somit bis in den nahrungsarmen Herbst ausgeweitet werden kann – vorausgesetzt, die Blühmischungen können auf den entsprechenden Flächen so lange stehen bleiben.

Mehrjährige Mischungen hingegen können im Frühling oder im Herbst ausgesät werden. Der Vorteil von einer Aussaat im Herbst liegt darin, dass auch hartschalige Samen im Frühjahr sofort keimen können.

Tipp zur Herbstsaat

Damit Frostschäden möglichst vermieden werden, kann Grasschnitt (1- 2 kg/m² ) oder Heumulch (300- 400 g/m²) locker ausgebracht werden.

Verschiedene Saattechniken

Die Ausbringung des Saatgutes kann sowohl maschinell mittels Düngestreuer oder Sämaschine als auch per Hand erfolgen. Auch wenn die Aussaat prinzipiell mit jeder Art von Sämaschine erfolgen kann, gilt es, bei einzelnen Maschinen gewisse Aspekte zu beachten.

So sind die unterschiedlichen Korngrößen der Saatgutmischungen, welche von weniger als einem Millimeter bis zu zwei Zentimetern variieren können, für viele mechanische Drillmaschinen problematisch. Sie sorgen dafür, dass sich das Saatgut schlecht dosieren lässt und sich bei der Aussaat im Saatgutkasten entmischt. Deshalb sollte das Saatgut, welches mithilfe von mechanischen Drillmaschinen ausgebracht wird, im Vorfeld mit einem Füllstoff gestreckt werden.

Pneumatische Drillmaschinen hingegen haben zwar weniger Schwierigkeiten mit den unterschiedlichen Korngrößen sowie geringeren Saatgutmengen, jedoch ist eine Streckung des Saatgutes auch hier zu empfehlen. Der Grund hierfür ist, dass sich das Saatgut aufgrund des rüttelnden Saatgutkastens während der Fahrt mit dem Trecker entmischt. Somit kann es dazu kommen, dass sich verklumptes und verkantetes Saatgut vor dem Zellenrad ansammelt, wodurch der Nachfluss weiteren Saatgutes behindert wird. Wird jedoch ein Füllstoff verwendet, kann sich das Saatgut kaum entmischen.

Tipps zur Streckung des Saatgutes mit Füllstoff

Die geeignete Saatstärke für das gestreckte Saatgut liegt für Sojaschrot und Sonnenbkumenkuchen bei 100 kg pro Hektar. Wird mit Sand gestreckt, sollten aufgrund seines höheren Gewichtes 300 kg pro Hektar verwendet werden.

Im Gegensatz zu den vorher genannten Maschinen hat die Einzelkornsähmaschine keinerlei Probleme bei der Aussaat. Eine Streckung mit Füllstoff ist in diesem Fall nicht notwendig. Allerdings empfiehlt sich auch hier, wie bei jeder Sämaschine, das Saatgut bei längeren Traktorfahrten zwischen dem Befüllen des Saatgutkastens und der Aussaat erneut gründlich durchzumischen.

Saattiefe und Saatgutmenge beim Anlegen von Blühstreifen

Im Allgemeinen sollte das Saatgut oberflächlich ausgebracht und ganz leicht in den zuvor gelockerten Boden eingearbeitet werden. Hierfür eignen sich bspw. Striegel oder Egge. Bei der Saattiefe muss man zwischen einjährigen und mehrjährigen Mischungen unterscheiden. Erstere werden mit einer Saattiefe von ein bis zwei Zentimetern ausgebracht, wohingegen mehrjährige Mischungen so oberflächennah wie möglich ausgebracht werden sollten. Der Grund hierfür ist, dass diese Mischungen viele lichtkeimende Arten enthalten. Sofern die verwendete Sähmaschine dies ermöglicht, empfiehlt es sich, das Saatgut lediglich auf der Oberfläche abzulegen und im Anschluss anzuwalzen.

Saatgutmenge und Kosten

Die auszubringende Saatgutmenge variiert je nach Mischung zwischen 10-20 Kilo pro Hektar und kostet entsprechend in etwa zwischen 150 und 300 Euro je Hektar.

Blühstreifen im Garten anlegen

Sie möchten auch gerne einen Blühstreifen anlegen und den Insekten etwas Gutes tun, sind aber kein Landwirt bzw. besitzen keine Ackerflächen? Kein Problem! Mit speziellen Mischungen für kleine Gebinde kann sich jeder private Gärtner ganz einfach seine eigene Blühfläche anlegen und somit seinen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. Ob für Blumenkübel, kleine Flächen oder mittelgroße Beete (25-80 m²) - für jede Fläche gibt es die passende Mischung.

Kiepenkerl Nature Wildblumen-Wiese

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Einjährige Blühmischung "Blütenpracht am Wegesrand"

Blütenpracht am Wegesrand - Einjährige Mischung

Kiepenkerl Blumen-Wiese 250 gr

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Wichtiger Hinweis zur Förderung der Blühmischungen

Im Rahmen der Agrarumweltprogramme vieler Bundesländer wird die Anlage von Blühstreifen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen durch Ausgleichszahlungen gefördert. Dabei sind die Anforderungen an die Zusammensetzung jeweils sehr unterschiedlich. Welche Mischungen unter welchen Vorrausetzungen gefördert werden, ist den Agrarumweltpragrammen der jeweiligen Bundesländer zu entnehmen. Die hier vorgestellten Kiepenkerl Blumenmischungen wurden nicht auf Basis von Förderprogrammen erstellt und sind dementsprechend nicht förderfähig. Bitte beachten Sie die länderspezifischen Anforderungen der Bundesländer. Bei den jeweiligen Landwirtschaftskammern erfragen Sie bitte Förderungsmöglichkeiten bzw. auch gesetzlichen Vorschriften bezüglich der Aussaatzeiten und Mulchverpflichtungen.

Schritt 4: Blühstreifen pflegen

Nach erfolgreicher Anlage eines Blühstreifens stellen sich nun die Fragen, wie dieser zu pflegen ist und wann der Blühstreifen gemäht werden darf. Grundsätzlich gilt, dass möglichst wenig auf dem Blühstreifen getan werden muss, solange sich dieser gut entwickelt. Eventuelle Pflegemaßnahmen sollten nur im äußersten Notfall, bspw. wenn die Fläche zu stark verunkrautet, ergriffen werden.

Wie können Blühstreifen gepflegt werden?

Zu den Pflegemaßnahmen für Blühstreifen gehören:

  • Mähen
  • Mulchen
  • Neuansaaat

Falls bei einjährigen Mischungen eine großflächige Verunkrautung auftritt, bleibt als einzige Pflegemaßnahme der Umbruch und die Neueinsaat, das sich solche Mischungen nicht von Mulchen oder Mahd erholen. Bienen und andere Wildtiere stören sich nicht an Verunkrautungen, weshalb solche Flächen den Wildbienen zuliebe gerne stehen bleiben können. Bei einzeln auftretenden Unkrautnestern, wie beispielsweise Distelnestern, können diese auch mechanisch per Hand bekämpft werden. Eine solche Maßnahme ist zwar ziemlich arbeitsintensiv, aber deutlich besser als ein kompletter Umbruch und die schonendste Methode.

Tipp: Streifenweiser Umbruch für abwechslungsreiches Blütenangebot

Sollen die Unkrautnester zwar beseitigt, eine Arbeit per Hand jedoch vermieden werden, so empfiehlt sich ein streifenweiser Umbruch mit Neuansaat. Dabei sorgen die neu eingesäten Blühstreifen mit der nun gestaffelten Blüte für eine noch größere Abwechslung des Blütenangebotes auf der entsprechenden Blühfläche.

Bis zum Ende des zweiten Jahres sind überjährige Blühstreifen wie einjährige zu behandeln. Sollten sie darüber hinaus stehen bleiben, ist bei Bedarf ein Mulchen oder Mähen im Herbst zu empfehlen. Auch mehrjährige Blühflächen können im Herbst gemulcht oder gemäht werden. Im Folgejahr blühen sie erneut. Ist ein Mulchen aufgrund des Unkrautvorkommens vonnöten, so empfiehlt es sich, diese Pflegemaßnahme lediglich auf einzelnen Streifen durchzuführen. Gleiches gilt für eine bereits im Sommer notwendige Unkrautbekämpfung.

Weitestgehende Vermeidung der Pflegemaßnahmen empfohlen

Das Mulchen oder Mähen der Blühstreifen sollte nur gemacht werden, wenn es wirklich absolut notwendig ist. Schließlich führen diese Maßnahmen zur Zerstörung der Nist- und Überwinterungsplätze sowie der Deckung  zahlreicher Tiere.

Zusammenfassende Hinweise zur Anlage und Pflege von Blühstreifen

Auf Vorgewenden oder Ackerrändern bietet sich das Anlegen von Blühflächen besonders gut an. Nach erfolgter gründlicher Saatbettbereitung kann die Aussaat von Blühstreifen mithilfe verschiedener Sämaschinen erfolgen. Allerdings ist in den meisten Fällen die Streckung des Saatgutes mit einem Füllstoff zu empfehlen. Hierfür eignet sich beispielsweise Sojaschrot. Je nach Mischung sollte das Saatgut oberflächennah eingesät oder sogar nur aufgelegt und anschließend angewalzt werden. Der geeignete Saatzeitpunkt variiert und liegt je nach Mischung zwischen April und September.

Was gilt es bei der Anlage und Pflege von Blühstreifen zu beachten?

  • Stark verunkrautete Flächen vor der Winterpflugfurche von Unkräutern befreien
  • Staunasse und stark verdichtete Böden meiden
  • Feinkrümeliges und nicht klumpiges Saatbett sowie lockerer Boden benötigt
  • Schwarzbrachestreifen als Puffer zur Kulturfläche ökologisch sehr wertvoll
  • Blühstreifen von mindestens drei Metern Breite anlegen
  • Boden bei nicht zu feuchten Verhältnissen walzen
  • Problemunkräuter punktuell entfernen
  • Auf Pflanzenschutzmittel und Dünger verzichten
  • Pflegemaßnahmen nur im Notfall durchführen
  • Die Blühfläche nach Möglichkeit nur streifenweise bearbeiten (z.B. mulchen oder mähen)

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